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Ratgeber

Was schreibt man in eine Abschiedszeitung?

Eine Abschiedszeitung besteht aus einem Aufmacher, ein paar Berichten und den festen Rubriken, die eine Zeitung erst zur Zeitung machen: Interview, Chronik, Statistik, Horoskop, Zitate, Kleinanzeigen, Grußseite. Auf dieser Seite steht der komplette Aufbau, 39 Artikel-Ideen zum Abschreiben und die Liste dessen, was auf keinen Fall hineingehört.

Der Aufbau: von der Titelseite bis zur Grußseite

Eine Abschiedszeitung ist keine Sammlung von Glückwunschkarten, sondern eine Zeitung. Das heißt: Sie hat eine Titelseite mit einer Geschichte, einen Innenteil mit unterschiedlich langen Texten und eine letzte Seite, auf der alle zu Wort kommen. Dieser Plan gilt für zwölf Seiten A4 — die Länge, bei der die meisten Ausgaben landen.

Seitenplan einer zwölfseitigen Abschiedszeitung
Seite Was darauf steht Warum dort
Seite 1 Titelseite Zeitungskopf mit Zeitungsnamen, Untertitel und Datum. Darunter der Aufmacher, ein großes Foto und der Steckbrief.
Seite 2–3 Der Innenteil beginnt Zwei Berichte, dazu die Zitatspalte am Außenrand. Hier kommen die meisten Beiträge unter.
Seite 4–5 Interview und Chronik Links das Interview, rechts die Chronik. Beide Texte tragen eine Doppelseite, weil sie unterschiedlich gelesen werden.
Seite 6–7 Die Mitte Fotostrecke, Statistikkasten, Quiz. Die Doppelseite in der Heftmitte ist die einzige, die man ganz aufschlagen kann — nutzen Sie sie für Bilder.
Seite 8–9 Reportage und Glosse Ein längerer erzählender Text und ein kurzer, pointierter. Der Wechsel hält die Leserin bei Laune.
Seite 10–11 Der leichte Teil Horoskop, Wetterbericht, Kleinanzeigen. Alles, was augenzwinkernd ist, steht beieinander — sonst wirkt es beliebig.
Seite 12 Grußseite Die Grüße mit Namen, darunter das Impressum und die Auflösung des Quiz.

Der Zeitungskopf

Oben auf Seite 1 steht der Name der Zeitung. Er entsteht fast immer aus dem Nachnamen: Der Krämer-Kurier, Die Bergmann-Post, Der Wagner-Bote. Darunter eine Zeile im Zeitungston („Unabhängige Zeitung für 31 Jahre im Haus“), das Datum des letzten Arbeitstags und rechts eine Ausgabenbezeichnung: Letzte Ausgabe, Abschiedsausgabe, Sonderausgabe.

Der Steckbrief auf der Titelseite

Neben dem Foto steht ein kleiner Kasten mit den harten Daten: Name, Im Haus als, Dabei seit, Letzter Tag, Anlass. Er beantwortet in fünf Zeilen, was jeder Text danach voraussetzt — und er ist das Erste, was Sie zusammentragen sollten.

Zur Steckbrief-Vorlage

Die neun Rubriken — und wofür jede taugt

Jede Rubrik löst ein bestimmtes Problem mit dem gesammelten Material. Wer alle neun verwendet, bringt auch die Beiträge unter, die zu kurz, zu schief oder zu ähnlich für einen Artikel sind.

Der Aufmacher

Die Titelgeschichte. Eine einzige Geschichte, groß erzählt.

Woraus er entsteht
Aus der ausführlichsten Szene, die jemand aufgeschrieben hat. Die übrigen Beiträge liefern die Zitate dazu.
Umfang
350 bis 500 Wörter, dazu Dachzeile, Schlagzeile und ein Vorspann von zwei Sätzen
Fallstrick
Der Aufmacher ist keine Zusammenfassung eines Berufslebens. Ein Tag, ein Vorfall, ein Ausgang — mehr trägt die Titelseite nicht.

Der Bericht

Der Brotartikel des Innenteils: das Wichtigste zuerst, dann die Einzelheiten, dann die Stimmen.

Woraus er entsteht
Aus drei bis fünf Beiträgen, die dieselbe Sache von verschiedenen Seiten beschreiben — ein Projekt, eine Krise, ein Umzug.
Umfang
200 bis 300 Wörter
Fallstrick
Erzählt ein Bericht dieselbe Anekdote wie der Aufmacher, streichen Sie ihn. Zwei Fassungen derselben Geschichte lassen beide schwach aussehen.

Das Interview

Die Person selbst kommt zu Wort. Der Text, den erfahrungsgemäß alle zuerst lesen.

Woraus er entsteht
Entweder aus zehn Minuten Telefonat — oder aus den Beiträgen zusammengesetzt und im Vorspann offengelegt: „Die Antworten stammen nicht von {Name} selbst, sondern aus den Beiträgen des Teams.“
Umfang
vier bis sechs Fragen, Antworten von zwei bis vier Sätzen
Fallstrick
Ein erfundenes Interview, das sich als echtes ausgibt. Die Person muss sich sonst für Sätze rechtfertigen, die sie nie gesagt hat.

Die Chronik

Die Stationen in ihrer Reihenfolge. Der Text, den man Jahre später noch nachschlägt.

Woraus er entsteht
Aus harten Daten: Eintrittsjahr, Wechsel, Beförderungen, Umzüge, Jubiläen. Die Personalabteilung hilft, wenn man fragt.
Umfang
8 bis 15 Zeilen, je Zeile eine Jahreszahl und ein Satz im Präteritum
Fallstrick
Nur belegte Stationen. Ein falsches Eintrittsjahr ist der eine Fehler, den wirklich jeder im Haus bemerkt.

Die Statistik

Der Kasten „{Jahre} Jahre in Zahlen“. Wird immer gelesen, weil er kurz ist.

Woraus er entsteht
Zwei Sorten Zahlen funktionieren, und nur diese: nachzählbare (wie viele Kolleginnen und Kollegen geschrieben haben) und offensichtliche Schätzungen, die als solche gekennzeichnet sind („Tassen Kaffee: ca. 12.400“).
Umfang
sechs bis acht Zeilen aus Bezeichnung und Wert
Fallstrick
Eine erfundene Zahl, die wie eine echte Angabe über diesen Menschen aussieht. „347 betreute Auszubildende“ klingt gut und ist eine Lüge, wenn es niemand gezählt hat.

Das Horoskop

Der augenzwinkernde Blick nach vorn. Die Rubrik, die den Ton auflockert, ohne jemandem wehzutun.

Woraus er entsteht
Aus einem erfundenen Sternzeichen des Arbeitsalltags — „Sternzeichen: Aktenordner, Aszendent Kaffeemaschine“ — und zwei Details aus den Beiträgen.
Umfang
90 bis 150 Wörter
Fallstrick
Keine Vorhersagen über Gesundheit, Geld oder Liebesleben. Das kippt sofort.

Die Zitatspalte

Die schmale Spalte am Seitenrand. Auffangbecken für alles, was für einen Artikel zu kurz und zum Wegwerfen zu gut ist.

Woraus er entsteht
Aus je einem Satz pro Person, wörtlich oder behutsam geglättet, mit Namen und gern der Abteilung: „Markus, IT“.
Umfang
sechs bis zehn Zitate, höchstens 20 Wörter je Zitat
Fallstrick
Kein Satz doppelt. Steht ein Zitat schon im Aufmacher, gehört es nicht noch einmal in die Spalte.

Die Kleinanzeigen

Der Anzeigenteil einer Lokalzeitung, nachgebaut. Die Rubrik mit der höchsten Lachquote pro Zeile.

Woraus er entsteht
Frei erfunden — hier und nur hier, weil jede Anzeige erkennbar ein Scherz ist. Rubriken: Suche, Biete, Zu verschenken, Gefunden, Dringend.
Umfang
fünf bis sieben Anzeigen, je 15 bis 35 Wörter im knappen Anzeigenstil
Fallstrick
Der Scherz geht nie auf Kosten der Person, die geht. Er geht auf Kosten der Zurückbleibenden — das ist der ganze Trick.

Die Grußseite

Die letzte Seite. Die einzige, die Jahre später noch einmal hervorgeholt wird.

Woraus er entsteht
Aus einem Gruß je Person, mit Namen. Sortiert nach Abteilung liest sie sich besser als alphabetisch.
Umfang
ein bis drei Sätze je Person, so viele Personen wie möglich
Fallstrick
Jemanden vergessen. Die Reinigungskraft, der Hausmeister, die Kollegin in Elternzeit, der Praktikant von 2019 — lieber zweimal nachfragen.

39 Artikel-Ideen zum Abschreiben

Keine Ratschläge, sondern Aufträge: Jede Zeile lässt sich einer Kollegin geben, und sie weiß, was zu tun ist. Nehmen Sie sechs bis zehn davon — mehr braucht eine zwölfseitige Ausgabe nicht.

Über den Menschen

  • Das Porträt in fünf Gegenständen. Der Becher, der Locher von 1998, die Topfpflanze, das Namensschild, die Tasche. Je Gegenstand drei Sätze — fertig ist ein Porträt ohne ein einziges Adjektiv.
  • Die Fundsache. Was lag in der Schublade, als sie geräumt wurde? Listen Sie es auf wie ein Fundbüro: Gegenstand, Zustand, vermutetes Alter.
  • Der Schreibtisch, Zentimeter für Zentimeter. Eine Beschreibung des Arbeitsplatzes ohne jede Wertung. Wirkt trocken, ist aber der Text, bei dem alle nicken.
  • Der Satz, der zum Betriebsgeheimnis wurde. Ein Spruch, den jeder im Haus kennt — plus die Geschichte, wie er entstanden ist. Die Geschichte kennen meist nur zwei Leute.
  • Der erste Tag. Wer war damals schon da? Was ist hängengeblieben: die Frisur, die falsche Etage, der Ordner, den niemand mehr brauchte.
  • Der Arbeitsweg. Auto, Rad, Bahn — seit wann, wie weit, bei welchem Wetter. Rechnen Sie die Kilometer auf zwanzig Jahre hoch, das Ergebnis überrascht immer.
  • Das Morgenritual. Was in den ersten zehn Minuten des Tages passierte, in der richtigen Reihenfolge. Fenster auf, Radio an, Kaffee, Mailprogramm.

Über die Arbeit

  • Der Tag, an dem sie den Laden gerettet hat. Die stärkste Szene aus den Beiträgen, groß erzählt — mit Uhrzeit, Ort und Ausgang. Das ist Ihr Aufmacher.
  • Das große Projekt als Zeitleiste. Sechs bis zehn Stationen mit Datum. Fachlich, nüchtern, ohne Superlative. Wer dabei war, erkennt jede Station wieder.
  • Was liegen bleibt. Eine ehrliche Liste der Dinge, die sonst niemand kann. Am besten von der Person geschrieben, die es ab Montag übernimmt.
  • Interview mit der Nachfolge. Drei Fragen an die Person, die übernimmt: Was übernehmen Sie da eigentlich? Wovor haben Sie Respekt? Was machen Sie anders?
  • Der Tag, an dem alles schiefging. Dieselbe Panne aus drei Perspektiven erzählt. Widersprüche stehen lassen — das macht den Reiz aus.
  • Der Fall, den keiner vergisst. Der Kunde, der Auftrag, die Reklamation, über die im Haus heute noch geredet wird. Namen von Außenstehenden weglassen.
  • Die Erfindung. Die Tabelle, der Zettel, das Vorgehen, das sie eingeführt hat und das sie überdauert. Mit Screenshot oder Foto.
  • Personalbewegung in Zahlen. Wie viele Kolleginnen und Kollegen sind in dieser Zeit gekommen und gegangen? Eine einzige Zahl, die die Dauer greifbar macht.

Über die Zeit

  • Die Chronik: Was im Jahr des Einstiegs sonst noch passierte. Wer regierte, welcher Film lief im Kino, was kostete ein Brot, was machte das Haus damals. Fünf Zeilen, die zwanzig Jahre spürbar machen.
  • Damals und heute: die Technik. Fax, Nokia, Windows 98, der Rollcontainer voller Disketten — daneben der heutige Stand. Als zweispaltige Gegenüberstellung.
  • Was damals was kostete. Kaffee, Benzin, Briefmarke, Kinokarte im Eintrittsjahr. Keine Gehälter, keine internen Zahlen — nur öffentlich Bekanntes.
  • Die Büro-Odyssee. Jedes Zimmer, in dem sie saß: Gebäude, Stockwerk, Jahr, Ausblick. Bei langer Zugehörigkeit ergibt das eine kleine Landkarte.
  • Die Vorgesetzten-Galerie. Wie viele Chefinnen und Chefs hat sie überstanden? Namentlich, freundlich, mit je einem Satz.
  • Was sich änderte, während sie blieb. Firmenname, Logo, Farbe, Standort, Kaffeemarke. Die Liste wird länger, als alle denken.

Zum Lachen — aber freundlich

  • Das Horoskop für den neuen Lebensabschnitt. Mit erfundenem Sternzeichen aus dem Arbeitsalltag. Konkret werden: Die Sterne dürfen ruhig etwas über den Dienstagvormittag sagen.
  • Der Wetterbericht für den ersten Montag ohne sie. Bewölkt in der Teeküche, Aufheiterungen erst gegen Mittag. Ein Kasten von 60 Wörtern.
  • Die Kleinanzeigen. „Suche: jemanden, der den Farbdrucker versteht. Zahle bar.“ Fünf bis sieben Stück, im knappen Anzeigenton mit Abkürzungen.
  • Das Quiz „Wie gut kennst du {Name}?“. Vier Fragen, je drei Antworten, Auflösung auf der letzten Seite. Jede Frage muss sich aus den Beiträgen beantworten lassen.
  • Die ehrliche Stellenausschreibung. Die Ausschreibung für ihre Nachfolge, wie sie aussähe, wenn man die Wahrheit hineinschriebe. Inklusive „Belastbarkeit“ in Anführungszeichen.
  • „{Jahre} Jahre in Zahlen“. Tassen Kaffee (geschätzt), Meter zum Drucker und zurück, Anzahl der Beiträge in dieser Zeitung. Schätzungen als Schätzung kennzeichnen.
  • Das Rezept. Ihr Kuchen, ihre Bowle, ihr Kaffeeansatz — als richtiges Rezept gesetzt, mit Zutatenliste und Zubereitung.
  • Die Vermisstenanzeige. Was ab Montag fehlt, im Ton einer Suchmeldung. Zuletzt gesehen: Freitag, 16:40 Uhr, mit einem Karton unter dem Arm.
  • Die Bildergeschichte in vier Bildern. Vier Fotos aus zwanzig Jahren, chronologisch, mit je einer Zeile Untertitel. Wer zeichnen kann, macht einen Comic daraus.
  • Der Gerätepark trauert. Kaffeemaschine, Drucker und Aktenvernichter geben je ein kurzes Statement ab. Klingt albern, funktioniert erstaunlich zuverlässig.

Zum Abschied

  • Die Zitatspalte. Je ein Satz von jeder Person, in Anführungszeichen, mit Namen. Die schnellste Art, viele Stimmen unterzubringen.
  • Die Grußseite. Ein Gruß je Person, mit Namen und Abteilung. Sortiert nach Abteilung, damit niemand zwischen zwei Buchstaben verschwindet.
  • Der Kommentar der Redaktion. Warum dieser Abschied schwerfällt — in der Wir-Form, 150 Wörter, gezeichnet mit den Initialen der Person, die die Zeitung gemacht hat.
  • Der Brief an den ersten Tag danach. Was sie am Montag um 8:15 Uhr statt der Teamrunde tun sollte. Ein konkreter Vorschlag, kein guter Rat.
  • Die Leserbriefseite. Ehemalige, Kundinnen, Lieferanten schreiben. Deutlich als Zuschriften von außen kennzeichnen — das gibt der Seite Gewicht.
  • Der Terminkalender für danach. Was sie vorhat: Garten, Enkel, Motorrad, Sprachkurs. Als Kalenderauszug gesetzt, mit Uhrzeiten.
  • Die Gästeliste. Wer zur Feier kam — besonders die Ehemaligen, die dafür extra angereist sind. Mit dem Jahr, in dem sie selbst gegangen sind.
  • Das Impressum der Zeitung. Wer geschrieben, wer sortiert, wer gedruckt hat. Gehört dazu und ist der einzige Ort, an dem die Redaktion sich selbst nennen darf.
{Name} und {Jahre} sind Platzhalter

In den Ideen und Schlagzeilen auf diesen Seiten stehen geschweifte Klammern überall dort, wo Ihr eigener Text hin muss. Ersetzen Sie sie vor dem Setzen — eine gedruckte Zeitung mit einem übrig gebliebenen {Name} ist der Klassiker unter den Pannen. Suchen Sie am Ende einmal nach der geschweiften Klammer.

Was man nicht schreibt

Diese Liste ist wichtiger als jede Ideensammlung. Eine Abschiedszeitung wird aufgehoben, herumgereicht und Jahre später wieder aufgeschlagen. Was gedruckt ist, lässt sich nicht mehr zurücknehmen.

Insiderwitze, die nur drei Leute verstehen

Die Zeitung wird herumgereicht — an die Familie, an Ehemalige, an die Nachbarabteilung. Ein Witz, den zwölf von fünfzehn Leserinnen nicht verstehen, macht die ganze Seite kalt. Faustregel: Wenn die Pointe eine Erklärung braucht, streichen.

Alles zu Krankheit und Gesundheit

Auch das Wohlmeinende. „Endlich Zeit, sich um den Rücken zu kümmern“ steht schwarz auf weiß in einem Heft, das die Person zwanzig Jahre lang aufhebt.

Gehalt, Zulagen, Dienstwagen

Zahlen aus dem Arbeitsvertrag gehören niemandem außer der Person selbst. Das gilt auch für Andeutungen und für Scherze über die Rentenhöhe.

Der Grund für den Abschied, wenn er nicht freiwillig war

Bei Aufhebungsvertrag, Umstrukturierung oder Konflikt schreibt die Zeitung über die Zeit davor — nie über das Ende. Kein „schweren Herzens“, kein „neue Wege gehen“, keine Andeutung. Auch nicht ironisch.

Konflikte, Abmahnungen, Betriebsratsthemen

Was in Personalgesprächen besprochen wurde, war vertraulich und bleibt vertraulich — auch wenn es alle wissen.

Privates, das die Person nicht selbst erzählt hat

Trennung, Kinderwunsch, Wohnverhältnisse, Glaube, Partei. Wenn Sie es nicht von ihr selbst gehört haben, steht es nicht in der Zeitung.

Altersklischees

„Rollator“, „Enkel-Taxi“, „endlich ausschlafen“. Diese Witze sind vierzig Jahre alt und treffen jemanden, der sich gerade nicht alt fühlt.

Fehler, die Geld gekostet haben

Die verlorene Ausschreibung, der falsch bestellte Container. Was intern eine Anekdote ist, wird gedruckt zur Akte.

Fotos, auf denen jemand betrunken ist

Betriebsfeier-Bilder wirken beim Auswählen lustig und beim Aufschlagen peinlich. Das gilt für alle Abgebildeten, nicht nur für die Hauptperson.

Namen von Kundinnen und Geschäftspartnern

Eine Abschiedszeitung verlässt das Haus. Kürzen Sie auf „ein großer Kunde aus dem Norden“ ab.

Die Probe, die immer funktioniert

Lesen Sie jeden Satz so, als säße die Person neben Ihnen und läse mit. Und dann noch einmal so, als läse ihre Tochter mit. Was beide Durchgänge übersteht, kann gedruckt werden. Bei allem anderen: Fragen Sie eine Kollegin, die nicht am Text beteiligt war — zehn Minuten Gegenlesen ersparen viel.

Wie lang wird das? Beiträge, Zeichen, Seiten

Der Umfang ergibt sich aus dem Material, nicht aus dem Wunsch. Zwei Zahlen genügen zum Rechnen: Eine A4-Seite im dreispaltigen Zeitungssatz fasst rund 6.000 Zeichen, also etwa 900 Wörter. Und ein Beitrag aus fünf beantworteten Fragen liefert 600 bis 900 Zeichen Rohmaterial, von dem nach dem Kürzen ungefähr die Hälfte übrig bleibt.

Zusammenhang zwischen Anzahl der Beiträge und Seitenzahl
Beiträge Was hineinpasst Umfang Anmerkung
3 bis 5 Aufmacher, ein Bericht, Zitatspalte, Grußseite 8 Seiten Reicht für ein schmales Heft. Setzen Sie größer und geben Sie den Fotos mehr Platz.
6 bis 12 Aufmacher, zwei bis drei Berichte, Interview, Chronik, Statistik, Grußseite 8 bis 12 Seiten Der Normalfall in einem Team von 15 Personen.
13 bis 25 Alles davon, dazu Reportage, Glosse, Quiz, Horoskop, Kleinanzeigen 12 bis 16 Seiten Ab hier trägt die Zeitung eine echte Mittel-Doppelseite.
ab 26 Zusätzlich Leserbriefe, Fotostrecke, zweite Grußseite 16 bis 20 Seiten Jetzt wird Auswählen wichtiger als Sammeln. Nicht alles muss hinein.

Drei Regeln zum Umfang

  • Wer heftet, rechnet in Vierern. Eine drahtgeheftete Broschüre besteht aus Bögen, und ein Bogen trägt vier Seiten. 10, 11 oder 13 Seiten nimmt keine Druckerei an. Planen Sie 8, 12, 16 oder 20 Seiten. Wer nur ausdruckt und lochstanzt, ist an diese Regel nicht gebunden.
  • Lieber kürzer und voll als länger und dünn. Zwölf gut gefüllte Seiten lesen sich besser als sechzehn mit Weißraum. Reicht das Material nicht, setzen Sie größer, geben Sie den Fotos mehr Platz und ziehen Sie die Zitatspalte breiter.
  • Rechnen Sie mit einem Drittel Schwund. Von dem, was hereinkommt, ist ein Teil doppelt, ein Teil zu knapp („Alles Gute!“) und ein Teil unbrauchbar. Das ist normal und kein Grund, jemanden zum Nachbessern zu drängen.

Selbst machen oder machen lassen

Alles auf dieser Seite können Sie selbst umsetzen. Sie brauchen dafür nichts weiter als ein Textprogramm mit zwei Spalten, eine Serifenschrift, eine Haarlinie zwischen den Spalten — und Zeit. Erfahrungsgemäß sind das drei bis vier Abende: einen fürs Sammeln und Erinnern, ein bis zwei fürs Abtippen, Sortieren und Schreiben, einen fürs Layout. Den Fragebogen und eine leere Zeitungsvorlage als Word-Datei bekommen Sie hier kostenlos und ohne Anmeldung.

Was dieser Dienst davon abnimmt, ist genau der mittlere Teil. Ihr Team beantwortet die fünf Fragen über einen Link, die Antworten sind von Anfang an digital, und aus ihnen schreibt und setzt eine KI-Redaktion die Ausgabe: Aufmacher, Berichte, Interview, Chronik, Statistik, Horoskop, Zitate, Kleinanzeigen, Grußseite — im Umbruch einer richtigen Zeitung.

Was er Ihnen nicht abnimmt: das Entscheiden. Sie legen fest, in welchem Ton geschrieben wird, welche Geschichte auf die Titelseite kommt und was drinbleibt. Deshalb gehören 5 Korrekturen und 14 Tage dazu — Sie lassen einzelne Artikel neu schreiben, bis sie stimmen.

Das Sammeln kostet nichts. Bezahlt wird erst, wenn geschrieben werden soll: 39,90 € für das fertige Druck-PDF, ab 89,90 € gedruckt und gebunden geliefert. Passt die Ausgabe am Ende nicht, bekommen Sie Ihr Geld zurück.